Beibehaltung der Buslinie 9

ÖV schwächen? Das wollen wir nicht.

Postulat «Beibehaltung der Buslinie 9»

Antrag:

Der Stadtrat wird beauftragt zu prüfen, sich für die Beibehaltung der Buslinie 9 einzusetzen. Dafür soll er sich beim Kanton mit aller Macht stark machen, um das Museum Langmatt, das Ansaldo-Areal im Römerquartier, den Roggebode und den Kappisee auch weiterhin mit dem öffentlichen Verkehr zu erschliessen.

Begründung:

Der Stadtrat hat aufgrund des Reglements für eine nachhaltige Mobilität, die auf der von der SP lancierten und eigereichten Städteinitiative beruht, den Auftrag, den Fussverkehr, den Veloverkehr und den öffentlichen Verkehr zu stärken. Trotzdem teilt er die Ansicht der Sektion öffentlicher Verkehr des Kantons, dass der Teilast Roggebode der Buslinie 9 einzustellen sei. Dieser Teilast verbindet heute das Museum Langmatt, das Ansaldo-Areal und den zum Kappelerhof gehörenden Roggebode mit dem Bahnhof, der Innenstadt und dem Altersheim Kehl. Als Grund gibt der Stadtrat die geringe Passagieranzahl der Linie 9 an. Eine verifizierbare Nutzerstatistik gibt es aber nicht.

Bei Kosten von 750‘000 Franken und einem Ertrag von 180‘000 Franken beträgt der Kostendeckungsgrad der Linie 24 Prozent. Gemäss Vorgaben des Bundesamtes für Verkehr soll in den ländlichen Gebieten ein Deckungsgrad von 10 Prozent, in den übrigen Zonen von 20 Prozent erreicht werden. Somit liegt der Kostendeckungsgrad der Buslinie 9 klar über dem vom Bund geforderten Mindestdeckungsgrad.

Vor kurzem hat der Einwohnerrat einer neuen Strategie für das Museum Langmatt zugestimmt, mit der dessen Zukunft langfristig gesichert werden soll. Dass der Stadtrat dieses für Baden so wichtige Museum nun komplett vom öffentlichen Verkehr abkoppeln will, ist ein fatales und gerade auch in Zusammenhang mit der neuen Strategie komplett unverständliches Signal. Dazu kommt, dass entlang der Strecke in den nächsten Monaten und Jahren auf dem Ansaldo-Areal und den Verenaächern bis fast 300 neue Wohnungen entstehen. Weiter wird das immer beliebtere Naherholungsgebiet Kappisee, das auf Badener Boden bis heute der einzige Ort ist, wo im Fluss gebadet werden kann, durch die Buslinie 9 erschlossen. Vor allem aber wäre der Roggebode, ein durch die Hauptstrasse und die Eisenbahn abgetrennte Quartierteil des Kappelerhofs, vom öV abgeschnitten. Das hätte insbesondere für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung massive Konsequenzen. Es ist kein Wunder, dass sich die Anwohnerinnen und Anwohner mit einer Unterschriftensammlung gegen den Entscheid des Stadtrats zur Wehr setzen. Diese 250 Unterschriften wurden am 11. November eingereicht. Auch wir bitten nun den Stadtrat, auf die Aufhebung zu verzichten respektive sich beim Kanton für die Beibehaltung der Linie 9 einzusetzen.

Georg Gindely                                                                      Steven van Petegem

Einwohnerrat SP                                                                 Einwohnerrat Grüne

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