Allgemeine Rückmeldung zum Gestaltungsplan Verenaäcker
Die SP Baden bedankt sich beim gesamten Planungsteam und der Stadt für die sorgfältige Ausarbeitung des Gestaltungsplans sowie die Organisation der öffentlichen Mitwirkung.
Grundsätzlich begrüsst die SP Baden die angestrebte Entwicklung des Areals. Der Gestaltungsplan ermöglicht an zentraler Lage eine dichte Wohnüberbauung und leistet damit einen Beitrag zur angestrebten Siedlungsentwicklung nach innen. Positiv hervorzuheben ist insbesondere, dass die Planung den historischen Charakter der früheren Garten- und Parklandschaft im Umfeld der Villa Langmatt wieder aufnimmt und in zeitgemässer Form weiterentwickelt. Die vorgesehenen Grünräume, allgemein zugänglichen Aussenbereiche sowie die hohe Aufenthaltsqualität schaffen einen Mehrwert für die zukünftige Bewohnerschaft und das umliegende Quartier. Auch die geplanten Fuss- und Velowegverbindungen sowie die Aufwertung bestehender Verbindungen entsprechen den Zielen einer nachhaltigen Stadtentwicklung und stehen im Einklang mit den Absichten des kommunalen Gesamtplans Verkehr. Ebenfalls positiv zu bewerten ist der vorgesehene Standort für einen Kindergarten, der einen wichtigen Beitrag zur quartiernahen Versorgung mit Bildungs- und Betreuungsangeboten leistet.
Trotz dieser positiven Aspekte steht die SP Baden dem vorliegenden Gestaltungsplan in wesentlichen Punkten kritisch gegenüber. Besonders problematisch ist aus unserer Sicht die Mobilitätsstrategie. Gemäss dem Masterplan Baden Nord sowie den Zielsetzungen der laufenden Revision der Nutzungsplanung soll das Gebiet Verenaäcker als autoarme Überbauung entwickelt werden. Der vorliegende Gestaltungsplan sieht jedoch eine Parkierung im Umfang von 80 % des Normalbedarfs gemäss der VSS-Norm vor (insgesamt 220 Parkplätze). Fast sämtliche Parkfelder werden in einer unterirdischen Tiefgarage angeordnet. Dies steht in deutlichem Widerspruch zu den vorgesehenen Vorgaben der revidierten Bau- und Nutzungsordnung (BNO), welche für dieses Gebiet eine Parkierung von maximal 40 % des Richtwerts vorsieht. Dieser Bedarf ist gemäss BNO durch die bestehenden Reserven im Brown Boveri-Parkhaus abzudecken und mittels Grunddienstbarkeit zu sichern. Aus Sicht der SP Baden ist nicht ersichtlich, wie bei einer derart hohen Anzahl Parkplätze die Ziele des Reglements für nachhaltige städtische Mobilität erreicht werden können, insbesondere die Senkung des Anteils des motorisierten Individualverkehrs bis 2028 und darüber hinaus um 10 Prozent. Vielmehr besteht die Gefahr, dass zusätzlicher motorisierter Verkehr entsteht und die bereits heute angespannte Verkehrssituation in Baden Nord weiter verschärft wird. Die vorgesehenen Begleitmassnahmen zugunsten des Fuss-, Velo- und öffentlichen Verkehrs sind zwar sinnvoll, dürften die verkehrlichen Auswirkungen jedoch nicht ausreichend abmildern.
Ebenfalls kritisch beurteilt die SP Baden das Fehlen von preisgünstigem Wohnraum. Gemäss Regionalem Entwicklungskonzept Baden Region (REK) ist das Gebiet Verenaäcker Teil eines Zentrumsgebiets mit hoher Entwicklungsdynamik und einem breiten Wohnangebot. Auch im revidierten Nutzungsplan ist für das Gebiet explizit ein Anteil an preisgünstigem Wohnbau
vorgesehen, was im vorliegenden Gestaltungsplan jedoch nicht berücksichtigt wird. Der Gestaltungsplan ermöglicht gegenüber der heutigen Situation einen erheblichen planerischen Mehrwert, unter anderem durch die Erhöhung der zulässigen Gebäudehöhe und der Nutzungsdichte. Gleichzeitig wird jedoch keinerlei Beitrag zur Schaffung von preisgünstigem Wohnraum geleistet. Dies entspricht weder dem grossen öffentlichen Interesse an bezahlbarem Wohnraum noch den Zielen einer sozial ausgewogenen Stadtentwicklung. Gerade in einer Stadt wie Baden, in der bezahlbarer Wohnraum zunehmend knapp wird, wäre es angezeigt gewesen, einen verbindlichen Anteil an preisgünstigen Wohnungen oder entsprechende Gegenleistungen festzulegen. Im Minimum sollten die Mehrwertabgaben aus den Planungsvorteilen der Schaffung von preisgünstigem Wohnraum vornehmlich in diesem Stadtteil investiert werden. Hier würden wir uns wünschen, dass bei den Verhandlungen zur Mehrwertabgabe die Stadt Baden ihrem Auftrag zur Schaffung von kostengünstigem Wohnraum gerecht wird und gegebenenfalls neben den Mehrwertabgaben zusätzliches Kapital für den Erwerb von Wohnungen einbringt, um weitere städtische Wohnungen im preisgünstigen Segment anbieten zu können.
Zusammenfassend begrüsst die SP Baden die städtebaulichen und freiraumplanerischen Qualitäten des Projekts sowie seinen Beitrag zur inneren Verdichtung. Gleichzeitig sind wir der Auffassung, dass der Gestaltungsplan in zentralen Punkten nicht mit den strategischen Zielsetzungen der Stadt Baden sowie der laufenden Revision der Nutzungsplanung übereinstimmt. Insbesondere bei der Parkierung und beim preisgünstigen Wohnraum besteht erheblicher Verbesserungsbedarf. Die SP Baden fordert deshalb, den Gestaltungsplan in diesen Punkten zu überarbeiten und stärker an den zukünftigen planerischen Vorgaben der Stadt auszurichten.
Die SP Baden bedankt sich herzlich für die Gelegenheit, sich im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung einbringen zu dürfen.
Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Selena Rhinisperger (selena.rhinisperger@baden.ch), Markus Rausch (markus.rausch@baden.ch) oder an Daniela Soltermann (daniela.soltermann@baden.ch) wenden.
Bildquelle: https://www.verenaaecker-baden.ch/