Stellungnahme der SP Baden zur Neugestaltung Haselstrasse
Die SP Baden begrüsst das Siegerprojekt «Via Viva» für die Neugestaltung der Haselstrasse ausdrücklich. Das Projekt zeigt, wie eine zeitgemässe Stadtentwicklung aussehen kann: Es stärkt die Aufenthaltsqualität, verbessert die Sicherheit für Fussgänger*innen sowie Velofahrende, wertet den öffentlichen Raum auf und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Haselstrasse eine wichtige Verkehrs- und ÖV-Achse bleibt.
Die heutige Haselstrasse ist vor allem auf die Abwicklung des motorisierten Verkehrs ausgerichtet. Für den Fuss- und Veloverkehr bestehen erhebliche Defizite, die Aufenthaltsqualität ist gering und die Auswirkungen von Hitzeperioden durch das Fehlen von Grünräumen sind gerade in diesem Sommer augenfällig geworden. Mit dem vorgesehenen Ausbau der Begrünung, sicheren Veloverbindungen, besseren Querungsmöglichkeiten und hindernisfreien Bushaltestellen werden diese Schwächen gezielt angegangen. Damit entsteht ein Stadtraum, der den Bedürfnissen aller Nutzer*innen gerechter wird.
Die SP Baden nimmt die geäusserten Bedenken bezüglich Tempo 30 und der geplanten Begegnungszone zur Kenntnis. Sie teilt jedoch die Einschätzung, dass moderne Verkehrsplanung nicht auf Befürchtungen, sondern auf Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen sollte. Zahlreiche Schweizer und europäische Städte haben gezeigt, dass verkehrsberuhigte Strassenräume auch bei hohen Verkehrsaufkommen funktionieren können und sowohl die Sicherheit als auch die Qualität des öffentlichen Raums verbessern.
Besonders aufschlussreich ist das Pilotprojekt an der Bahnhofstrasse in Aarau. Die kantonale Auswertung kommt zum Schluss, dass die schrittweise Weiterentwicklung der Verkehrsführung nicht nur dem Fuss-, Velo- und öffentlichen Verkehr zugutekam, sondern auch dem motorisierten Individualverkehr. Die Massnahmen führten zu besseren Reisezeiten, einer effizienteren Verkehrsverteilung sowie zu einer höheren Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden. Das Fazit zeigt deutlich, dass die Aufwertung eines Stadtraums und eine verbesserte Verkehrsabwicklung kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig ergänzen können.
Vor diesem Hintergrund wirkt die Kritik der IG Pro Parkplatz wenig überzeugend. Wer sich ernsthaft für die Anliegen des motorisierten Individualverkehrs einsetzt, tut gut daran, die Ergebnisse vergleichbarer Projekte zur Kenntnis zu nehmen und neue Erkenntnisse in die eigene Beurteilung einzubeziehen. Verkehrsplanung entwickelt sich weiter. Es ist wenig zielführend, an Konzepten festzuhalten, die auf den Vorstellungen einer autogerechten Stadt aus den 1970er-Jahren beruhen. Die Herausforderungen unserer Zeit verlangen Lösungen, welche die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmenden berücksichtigen und gleichzeitig die Lebensqualität in unseren Städten verbessern.
Für die SP Baden zeigt das Projekt «Via Viva» beispielhaft, wie dieser Ausgleich gelingen kann. Die geplante Neugestaltung macht die Haselstrasse sicherer, attraktiver und klimaresistenter, ohne ihre wichtige Funktion für den Verkehr in Frage zu stellen. Sie ist deshalb eine Investition in eine lebenswerte, moderne und zukunftsfähige Stadt Baden.