Baden Gemeinsam Gestalten – Wahlprogramm 2025

Gemeinsam gestalten wir ein lebensfrohes Baden


Baden soll eine Stadt sein, in der Menschen nicht nur wohnen, sondern ihr Leben gestalten. Unabhängig von Alter, Einkommen, Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung sollen alle willkommen sein. Das beinhaltet insbesondere auch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum quer durch die Bevölkerungsschichten. Die Mietexplosion muss gestoppt werden.

Wer in Baden arbeiten und wohnen möchte, soll auch die Möglichkeit dazu haben. Die Badener Mietexplosion muss gebremst werden. Wir wollen eine sozial und kulturell durchmischte Gesellschaft. Dafür braucht es Wohn- und Lebensraum, der für alle finanzierbar ist und keine Steuergeschenke für Wohlhabende. Wir setzen uns dafür ein, dass neu entstehender Wohnraum in Baden den Bedürfnissen aller gerecht wird und dass der bestehende Wohnungsmarkt auf dem gesamten Stadtgebiet den Bedürfnissen aller Bewohnerinnen und Bewohner Rechnung trägt. Genossenschaftliches Wohnen soll durch Partnerschaften oder städtische Unterstützung gefördert werden.


Gemeinsam setzen wir uns für den Erhalt und den Ausbau eines breiten und vielfältigen Kultur- und Gastronomieangebots in Baden ein. Wir unterstützen lokale Kulturschaffende und stärken lokale Kulturinstitutionen für jedes Budget, auch in den Quartieren.

Baden hat sich mit seiner Vielfalt an Festivals und Institutionen den Ruf einer attraktiven Kulturstadt erarbeitet. Wir sind überzeugt, dass eine Zentrumsstadt wie Baden von seiner Kultur lebt. Wir setzen uns dafür ein, dass diese Vielfalt gestärkt und erweitert wird, auch mittels finanzieller Unterstützung durch die Gemeinde. In allen Quartieren soll Kultur stattfinden. In der Innenstadt wollen wir flanieren und lokales Gewerbegut kaufen können. Bei Besucherinnen und Besuchern soll die Stadt sowohl erlebnistechnisch, wie auch optisch einen bleibenden Eindruck hinterlassen.


Ausgehen in Baden kann teuer sein. Wir setzen uns dafür ein, dass es auch möglich ist, sich in der Stadt oder an der Limmat zu treffen, ohne etwas konsumieren zu müssen. Badens Freiräume sollen weiterhin zum Verweilen und zur Begegnung einladen und breit genutzt werden.

Soziale Begegnungen sind essenziell und dürfen nicht am Portemonnaie scheitern. Die Freiräume in der Innenstadt und den Quartieren sollen ausgebaut werden. Begegnungen in der Stadt oder am Wasser dürfen dabei nicht von einem Konsumzwang abhängen. Badens Plätze sollen so gestaltet sein, dass sich die Menschen dort frei bewegen können und wollen. Das Freizeitpotenzial der Limmat soll stärker ausgeschöpft werden.

Gemeinsam gestalten wir einen solidarischen, nachhaltigen und innovativen Bildungs- und Wirtschaftsstandort Baden


Wir unterstützen innovative Bildungsangebote, auch generationenübergreifend. Dafür braucht es eine hochwertige Infrastruktur für die Bildung. Chancengerechtigkeit ist uns ein wichtiges Anliegen.

Auch dank dem Einsatz von VertreterInnen der SP wurden in der Stadt Baden in den letzten Jahren neue Schulhäuser gebaut oder erneuert. Doch auch in Zukunft wird Baden Investitionen in die Bildung tätigen müssen, um ihre Aufgaben als Zentrumsgemeinde zu erfüllen und sich als Wohn- und Arbeitsort attraktiv zu halten. Aktuelle Zusatzeinnahmen sollen deshalb nachhaltig investiert werden, damit wir die Bildungs- und Lebensqualität weiter steigern können. Durch gezielte Massnahmen kann die Stadt zur Chancengerechtigkeit in der Bildung beitragen.


Wir wollen Familien ermöglichen, den Anteil an Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung selber zu wählen. Dafür fördern wir individuelle und hochwertige Angebote. Insbesondere sollen eine bezahlbare und qualitativ hochstehende Kinderbetreuung die arbeitenden Eltern entlasten.

Bezahlbare familienergänzende und -unterstützende Einrichtungen bringen vielfältige Vorteile: Sie sind wichtig für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und leisten damit einen Beitrag zur Gleichstellung der Geschlechter. Darüber hinaus leisten sie im internationalen Arbeitsumfeld Badens einen grossen Teil an Integrationsarbeit. Familienergänzende und familienunterstützende Einrichtungen nützen damit auch dem Wirtschaftsstandort Baden. Wir setzen uns entschieden gegen Kürzungen in diesem Bereich ein.


Der Industriestandort Baden ändert sich. Grosse Unternehmen aus der Maschinen- und Elektrotechnik sind globalen Veränderungen ausgesetzt. Wir setzen uns dafür ein, dass die Rechte der Arbeitsnehmenden dabei respektiert werden und dass Baden attraktiv für Unternehmen bleibt. Baden soll auch in der Innenstadt weiterhin Platz für kleine, unabhängige Unternehmen bieten, nicht nur für grosse Handels- und Restaurantketten.

Die Stadt soll durch ihre Standortvorteile innovative Unternehmerinnen und Unternehmer anziehen, denen das Wohl der Menschen genauso wichtig ist, wie ihr Profit. Kleine Unternehmen werden immer häufiger von grossen Handels- und Restaurantketten verdrängt. Baden soll aber von einem guten Mix aus KMUs und Grossunternehmen profitieren. Die Stadt soll sich deshalb für den Erhalt von kleinen, unabhängigen Unternehmen in der Innenstadt einsetzen. Die Stadt muss sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Rechte von Arbeitnehmenden einsetzen.


Die Stadt Baden ist für uns keine Provinzstadt und soll auch nicht als solche wahrgenommen werden. Deshalb unterstützen wir eine Zusammenarbeit mit weiteren interessierten Gemeinden, damit Synergien nachhaltig genutzt werden können. Fusionsprozesse sollen mit Transparenz und Feinfühligkeit begleitet werden, mit dem Ziel, neuen Wohn- und Lebensraum zu schaffen.

Die Limmat soll auf längere Sicht nicht mehr einen grossen Teil der Gemeindegrenze markieren, sondern das Lebenszentrum einer Regionalstadt bilden. In den Bereichen Bildung, Wohnen und Mobilität stehen grosse Projekte an, die nicht nur Baden, sondern die ganze Region betreffen. Dabei sollen alle mitbestimmen können. Die Gemeindegrenzen sollen an den aktuell gelebten Lebensraum der Bewohnerinnen und Bewohnern der Region angepasst werden.

Gemeinsam gestalten wir ein grünes Baden


Wir setzen uns für eine nachhaltige Nutzung und Ausbau der städtischen Infrastruktur ein. Gemeinsam wollen wir die umweltverträgliche Mobilität weiterbringen, Velowege gestalten, Quartiere sinnvoll verbinden und die Innenstadt weiter vom motorisierten Individualverkehr entlasten. Für mehr Platz zum Leben statt für Autos.

Der Verkehr nimmt kontinuierlich zu, mehr Menschen wohnen und arbeiten in Baden. Dabei handelt es sich bei weitem nicht nur um Durchfahrtsverkehr. Wir wollen den Mehrverkehr durch die Stärkung des Fuss- und Veloverkehrs auffangen, damit unsere Stadt als Lebens-, Begegnungs- und Einkaufsort attraktiv bleibt. Der Fuss- und Veloverkehr weist ein erhebliches, derzeit noch ungenutztes Potenzial zur Verbesserung einer umweltverträglichen Mobilität, zur Entlastung der Umwelt (Luft, Lärm, CO2) und zur Förderung der Gesundheit auf. Wir fokussieren uns deshalb auf die Möglichkeit von Tempo 30 Zonen auf dicht befahrenen Strassen sowie den Ausbau und die Förderung des Fuss- und Veloverkehrs im innerstädtischen Bereich und den Quartieren. Die Innenstadt soll weiter vom motorisierten Individualverkehr befreit werden. In der Weiten Gasse arbeiten wir für einen nachhaltigen Kompromiss zwischen Fuss- und Veloverkehr sowie der Anlieferung der Geschäfte, unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Menschen unterschiedlicher Generationen und Mobilitätsbedürfnissen. Die Quartiere sollen mit der Innenstadt durch einen gut ausgebauten öffentlichen Verkehr lückenlos verbunden werden. Dabei soll der gesamte städtische Raum (inkl. Rütihof und Turgi) innerhalb einer Tarifzone erreichbar sein. Sowohl in der Innenstadt, wie auch in anderen Gebieten, soll das autofreie Wohnen möglich sein.


Wir setzen auf nachhaltige und moderne Energie für Baden. Die Stadt geht bei der Solarenergie und den Fernwärme und Fernkälte-Systemen als Vorbild voran. Diverse Initiativen im Umweltbereich wollen wir unterstützen und fördern.

Die nachhaltigen Energiestrategie muss konsequent umgesetzt werden. Die Verwaltung soll den Ausbau der Solarenergie vorantreiben und durch energetische Erneuerungen der eigenen Liegenschaften der Bevölkerung als Vorbild dienen. Der Ausbau der Fernwärmeversorgung als umweltverträglichere Energieversorgung ist gegenüber den individuellen Gas- und Ölheizungen zu priorisieren. Öl- und Gasheizungen sollen kontinuierlich ersetzt werden.
Private Initiativen und Gruppen im Umweltbereich (Energie, Abfallreduktion, Rettung von Nahrungsmitteln usw.) sollen von der Stadt unterstützt und gefördert werden. Bei Umbau- und Neubauprojekten soll auf eine Reduktion der grauen Energie geachtet werden.


Baden soll im Sommer nicht zum Backofen werden. Dafür wollen wir mit Stadtbegrünung und Hitzeminderungsmassnahmen sorgen.

Die Hitzesommer der letzten Jahre haben die Folgen des Klimawandels in der Stadt eindrücklich ins Bewusstsein gerückt. Stadtbewohner leiden besonders, da sich dicht bebaute Gebiete als sogenannte «Wärmeinseln» überdurchschnittlich stark erhitzen. Wir müssen eigene Lösungen für das Problem der Überhitzung finden, um eine gute Lebensqualität zu erhalten und die Gesundheit der städtischen Bevölkerung aktiv zu schützen. Hitzeminderung sollte bei Bauvorhaben ganzheitlich berücksichtigt werden. Es müssen Handlungsansätze definiert werden, die die Überwärmung im gesamten Stadtgebiet vermeiden und bereits stark belastete Stadtgebiete gezielt befreien. Das Stadtklima wird durch Entsiegelung von Flächen, Installation von vertikalen und horizontalen Begrünungen, Beschattung, Zurückhaltung von Regenwasser und der Optimierung der Kaltluftströme verbessert.